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Akupunktur und Moxibustion 
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Die Akupunktur, eine der ältesten Heilmethoden der
Welt, entstand vor ca. 2500 Jahren in China. Diese ganzheitliche Behandlungsmethode
ist hier im Westen das wohl bekannteste Therapieverfahren der Traditionellen
Chinesischen Medizin (TCM). In China dagegen, nimmt die Akupunktur neben
den anderen Heilkünsten der TCM, einen geringeren Stellenwert ein
als bei uns.
Zu den weiteren klassischen Behandlungsmethoden der chinesischen Medizin
gehören:
- Phytotherapie (Kräuterheilkunde)
- Diätetik (Ernährungsberatung, Heildiät, Ernährung
nach den 5 Elementen)
- Tuina (die medizinische Massage)
- QiGong bzw. Taijiquan (eine spezifische Bewegungstherapie)
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Definition
Im Chinesischen lautet der gebräuchliche Ausdruck für Akupunktur:
"Zhen jiu"
Zhen = Nadeln, also die eigentliche Akupunktur
Jiu = Moxakraut (=Beifußkraut) abbrennen, eine spezielle Wärmetherapie
Zhen jiu ist ein Kombinationsbegriff dieser zwei Behandlungsmethoden,
die in China so oft kombiniert werden, dass es für die jeweilige Technik
im chinesischen Sprachgebrauch keinen allein stehenden Begriff gibt. Die
Akupunktur wird jedoch nicht nur mit dieser Wärmetherapie (=Moxibustion)
kombiniert, sondern je nach Indikation, evtl. auch mit Arzneimitteln,
Bewegungsübungen (QiGong), Massagen, ect.
Im Westlichen kommt der Ausdruck Akupunktur aus dem Lateinischen:
Acus: Nadel
Pungere : Stechen |
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Sonderformen
Neben der Klassischen chinesischen Körperakupunktur gibt es noch
weitere, spezielle Methoden der Akupunktur:
- Ohrakupunktur (hier gibt es eine chinesische und eine französische
Variante)
- Schädelakupunktur (nach dem japanischen Arzt Yamamoto)
- Hand- und Fußakupunktur
- Gesichts- und Nasenakupunktur
- Mundakupunktur (nach dem Münchner Arzt Gleditsch)
- Augenakupunktur
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Wirkung
Es gibt mehr als 360 reguläre Akupunkturpunkte und über
50 Extrapunkte. Diese Akupunkturpunkte liegen meist auf den sog.
Meridianen bzw. Leitbahnen, in denen das Qi, also die Energie zirkuliert.
Diese Bahnen überziehenden ganzen Körper wie ein Netz
und haben Verbindungen zu den einzelnen Organen.
Über den Nadeleinstich in einen Akupunkturpunkt kann man den
Energiefluss im Körper gezielt regulieren. Dabei ist es durch
verschiedene Stichtechniken möglich, den Energiefluss ganz individuell
zu beeinflussen um somit beispielsweise kräftigend, beruhigend,
anregend oder harmonisierend auf den Körper einzuwirken.
Ziel ist es, die gestörte Harmonie im menschlichen Körper
wiederherzustellen. |
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Indikationen
Oft wird die Akupunktur mit Schmerztherapie, wie z.B. bei der Behandlung
von Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen und Migräne
in Verbindung gebracht.
Die Behandlungsmöglichkeiten der Akupunktur sind jedoch weitaus umfassender.
Sie reichen von der Schmerztherapie (alle Arten von Schmerzen), über
die Behandlung von Suchterkrankungen (z.B. Raucherentwöhnung/Ohrakupunktur)
bis hin zur Therapie von akuten und chronischen inneren Erkrankungen sowie
psychischen Ungleichgewichten.
Eine Aufzählung der verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden, die
mit Hilfe der Akupunktur behandelt werden können, wäre irreführend,
da mit Hilfe der Akupunktur nicht nur eine lokale Störung, ein Symptom
behandelt wird, sondern der Mensch in seiner Gesamtheit. Es wird versucht,
Ursache und Muster, die hinter einer Krankheit liegen aufzulösen.
Grenzen der Akupunkturbehandlung
Es gibt verschiedene Erkrankungen bei denen von einer Akupunkturbehandlung
abzuraten ist:
Akupunktur ist beispielsweise nicht geeignet:
- als kausale Therapie bei schweren Krebserkrankungen
- bei schweren Infektionskrankheiten
- bei Gerinnungsstörungen (Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten,
wie z.B. Marcumar oder Erkrankungen mit Blutgerinnungsstörungen)
- schwere Hauterkrankungen (die betroffenen Hautareale dürfen nicht
akupunktiert werden)
- schwere psychischen Störungen (zum Beispiel Schizophrenie, Manie,
Wahn)
Lebensbedrohliche Zustände, auch Zustände mit unklarer Ursache
gehören selbstverständlich immer zuerst in die Hände eines
Arztes!

Diagnostik
Wie alle Therapieverfahren der chinesischen Medizin, setzt die Akupunkturbehandlung
eine differenzierte Diagnose voraus. Für jeden Patienten wird hierzu
eine Anamnese erhoben, d.h. es werden Fragen zur Krankheitsgeschichte
und den aktuellen Beschwerden gestellt. Zur weiteren Befundaufnahme der
chinesischen Diagnostik gehören die Puls- und Zungendiagnose, das
Ertasten von Körper- und Schmerzpunkten, die energetische Beurteilung
des Energieflusses, sowie eine weitere spezifische Befragung die Aufschluss
über die Konstitution und den allgemeinen Gesundheitszustand gibt.
Danach wird für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept
erstellt. Hierbei wird auch geklärt, ob die Akupunktur als alleiniges
Therapieverfahren geeignet ist, oder ob andere Heilmethoden wie die Moxibustion,
Massage, Schröpfen oder die Einnahme von Kräutern zur Akupunkturtherapie
hinzugezogen werden sollten.
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Behandlung
Eine Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten.
Es werden, je nach Indikation, ca. 5-15 Akupunkturnadeln, gestochen.
Während Sie sich in angenehmer Atmosphäre ausruhen, entfalten
die Nadeln Ihre Wirkung. Nach einigen Minuten entspannt sich der Körper,
Arme und Beine fühlen sich schwerer an. Häufig beginnt man ein
Fliessen im Körper wahrzunehmen.
Nach der Behandlung ist eine Ruhezeit von 5-15 min sinnvoll.
In der Regel werden 1-2 Akupunkturbehandlungen pro Woche durchgeführt.
Wie lange die gesamte Akupunkturtherapie dauert, hängt von vielen
Faktoren ab:
- akute Schmerzen können oft mit wenigen Behandlungen gelindert/beseitigt
werden
- chronische Beschwerden benötigen meistens 8 - 15 Akupunktursitzungen
bis sich ein positiver Effekt zeigt
- bei Beschwerden die seit Jahren bestehen sind oft mehr als 15 Behandlungen
nötig
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Moxibustion
Bei dieser chinesischen Wärmetherapie werden einzelne
Akupunkturpunkte oder auch ganze Körperregionen wie z.B. der Unterbauch
oder der untere Rücken durch die Verbrennung von Beifusskraut erwärmt.
Daher stammt wahrscheinlich auch der Begriff Moxibustion:
"Mogusa" aus dem Japanischen: Mogusa ist eine Variante
der Beifusspflanze.
"Mechia" aus dem Portugiesischen bedeutet Zündschnur.
Das chinesische Wort für Akupunktur ist "Zhen jiu"(s.o.)
und bedeutet "Nadeln und Brennen".
Für die Chinesen gehört die Moxibustion untrennbar zur Akupunktur.
Die Erwärmung der Hautareale fördert die Gewebedurchblutung
und regt somit den Blut- und Energiefluss an. Dem Körper wird hierbei
Energie in Form von Wärme zugeführt. Die Moxibustion eignet
sich daher v.a. zur Behandlung von energetischen Kälte- und Erschöpfungszuständen.

Behandlung
Das getrocknete Moxakraut gibt es gepresst in Form von Zigarren, Kegeln
oder Hütchen oder als loses Kraut.
- Moxazigarre
Die glühende Zigarre aus Beifusskraut wird in geringem Abstand
solange über die entsprechenden Punkte gehalten, bis eine Rötung
der Haut auftritt, oder bis der Patient ein intensives Wärmegefühl
verspürt.
- Nadel-Moxa, "heiße Nadel"
Loses Moxakraut wird auf einer Akupunkturnadel verglüht. Die wohltuende
Wärme wird hierbei über die Nadel direkt in das Körperinnere
geleitet.
- Moxakegel
Loses Beifusskraut zu einem Kegel geformt, wird auf einem Akupunkturpunkt
abgebrannt. Frische Ingwer- oder Knoblauchscheiben eignen sich als Unterlage
um Verbrennungen der Haut zu vermeiden. Die entsprechende spezifische
Wirkung dieser Substanzen wird in die Therapie miteinbezogen, z.B. wirkt
Ingwer erwärmend und kräftigend, Knoblauch eignet sich sehr
gut um Furunkel zu öffnen.
Bei allen Anwendungsformen halte ich selbstverständlich engen Kontakt
mit dem Patienten. Bevor die Hitzeentwicklung zu stark wird, wird das Moxakraut
rechtzeitig entfernt.
Wirkung der Moxibustion nach Vorstellungen der
chinesischen Medizin
- eingedrungene Nässe + Kälte werden vertrieben
Nässe + Kälte sind aus Sicht der chinesischen Medizin Pathogene,
also krankmachende Faktoren, die bei geschwächter Abwehrlage in
den Körper eindringen können.
- Blutfluss wird angeregt
- Qi-Fluss wird angeregt
- Blockaden werden aufgelöst
- das Yang des Körpers wird gestärkt
Wirkung der Moxibustion nach westlicher Vorstellung
- die Gewebedurchblutung wird verbessert
- über die Head´schen Zonen (Reflexzonen auf dem Rücken) können
die Organfunktionen angeregt werden
- stärkt die Immunabwehr
- wirkt vegetativ ausgleichend und entspannend
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